Formel 1 NEWS

„Das Desaster von Ferrari an der Box ist komplett. Es reicht!“

Nach der Ungarn-Katastrophe für Ferrari – Jetzt rechnet die internationale Presse mit der Scuderia ab!

© Scuderia Ferrari


von Timo C. Storost
02.08.2022, 14:15 Uhr


Spätestens in der 40. Runde des Ungarn-GP war klar, dass das auch dieses Mal nichts mit dem Sieg werden wird. Charles Leclerc wurde in die Box beordert und bekam neue Reifen. Nicht nur, dass der Zeitpunkt ein wenig zu spät gewesen sein dürfte, nein, man gab dem Monegassen die härteste Reifenmischung. Zu keinem Zeitpunkt hatte man jene Reifen zuvor in den Training-Sessions getestet und schon gar nicht in den Long-Runs. Entweder bekamen Leclerc und Sainz die Softreifen oder eben die Medium-Reifen. Man hätte es aber erahnen können, dass der Wechsel auf die harten Reifen kein glücklicher Schachzug gewesen sein dürfte, denn das Alpine-Team gab seinen Fahrern Fernando Alonso und Esteban Ocon die härteste Mischung. Und wenn man auch nur einen kurzen Blick seitens Ferrari auf Alpine genommen hätte, hätte man gesehen, dass das keine allzu gute Idee wäre, auch Charles Leclerc jenen Reifen zu geben. Entweder ignorierte man es oder man wusste es besser. Wobei das nächste Problem ja auch schon in den Startlöchern stand. Man hatte schlichtweg keine frischen Medium-Reifen mehr, die man Leclerc hätte geben können. Und für Softreifen wäre der Zeitpunkt (40. von 70. Runden) ohnehin viel zu früh gewesen. So schlitterte man seitens Ferrari direkt in die nächste Katastrophe.

Johnny Herbert, Ex-Formel 1-Fahrer kritisierte die Scuderia nach dem Rennen mit den Worten: „Warum haben sie sich das nicht angesehen? Ich verstehe es wirklich nicht. Es war die dümmste Entscheidung.“

Mercedes-Teamchef Toto Wolff konnte sich beim Sky-Interview nach dem Rennen einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: „Jetzt müssen wir darauf ausbauen. Es war der Reifen, der es heute gewonnen hat. Wir haben nicht alle Mediums verschossen wie Ferrari. Lewis war heute bärenstark. Wir haben die Saison schlecht begonnen, so langsam haben wir die Performance.“

Dass man dann auch noch 15 Runden vor Schluss Leclerc – auf Platz 3 liegend – die Softreifen gab, machte das Debakel noch perfekter. Denn so ging es für den Monegassen prompt um drei Plätze nach hinten. Was Ferrari – einmal mehr – falsch machte, machte das Mercedes-Team mit Lewis Hamilton und George Russell um ein vielfaches besser. Schlussendlich gelang es Hamilton und Russell, wie schon eine Woche zuvor, aufs Podium zu fahren.

Und Max Verstappen? Der Niederländer nahm das Geschenk von Ferrari nach dem katastrophalen Qualifying-Samstag (Startplatz 10) natürlich dankend an. Durch die Fehler Ferraris, gelangen den „Bullen“ der nächste Sieg. Nun liegt Verstappen satte 80 Punkte vor Leclerc. Ein Vorsprung, der kaum einholbar scheint, wenngleich es rein mathematisch natürlich noch möglich ist. Doch wer glaubt noch daran, dass Ferrari noch Weltmeister werden kann, nach einer guten halben Saison voller Fehler? Bei den Italienern scheint man getreu nach dem Motto „Zuverlässig unzuverlässig“ zu arbeiten. Doch, ob Ferrari nun aus seinen Fehlern lernt, scheint mehr als fraglich. Und auch die internationale Presse, rechnet mit Ferrari in aller Deutlichkeit ab und beglückwünscht Max Verstappen bereits regelrecht zum „vorzeitigen Gewinn“ der zweiten Weltmeisterschaft.

ENGLAND
Telegraph: „Verstappen hat das Titelrennen im Griff - Ferrari implodiert. Der Champion profitiert von den Fehlern seiner Rivalen und gewinnt von Platz zehn. Hamilton schnappt sich Platz zwei mit neuem Vertrauen in sein Auto.“

Daily Mail: „Es gehört alles Dir, Max! Verstappen brüllt sich vom 10. Startplatz zum Sieg und holt sich fast schon den Titel, während Ferrari erneut Fehler macht. Max Verstappen braucht diesmal keinen Rennleiter, der Regeln bricht, um ihm zu helfen. Er hat Ferrari auf seiner Seite.“

Guardian: „Verstappen setzt sich mit Ungarn-Sieg vom Rest ab. Für Max Verstappen, Lewis Hamilton und George Russell wird es eine Freude sein, die Koffer für die alljährliche Sommerpause zu packen [...] Ferrari dürfte die Ferien als abgesagt betrachten und erwägen, einfach die Sachen zu packen und Schluss zu machen nach einer traurigen Leistung der Scuderia, die Verstappen eine Hand am Titel bescherte.“

ITALIEN
Gazzetta dello Sport: „Ferraris Desaster. Pannen, Fahrfehler, unsichere Box. Die Formel 1 macht Urlaub - und damit auch Ferraris WM-Hoffnungen. Wie können wir noch über WM-Chancen sprechen, wenn Charles Leclercs Rückstand in der Gesamtwertung auf Max Verstappen neun Rennen vor Schluss auf 80 Punkte gewachsen ist?“

Corriere dello Sport: „Ferrari-Desaster. Nichts geht. Der Boden brach ein unter den Füßen von Ferrari, die überzeugt sind, das beste Auto der WM zu haben. Aber jetzt geht es darum, das Buch der Träume zu schließen und zu den ursprünglichen Zielen zurückzukehren: bei einzelnen Grand Prix' konkurrenzfähig zu sein.“

Tuttosport: „Das Desaster von Ferrari an der Box ist komplett. Es reicht! Es ist sinnlos, das beste Auto zu haben, wenn man nichts daraus macht. Gedankenlose Entscheidungen servieren Verstappen den Triumph auf dem Silbertablett. Das Ziel vom Doppelsieg in Budapest verwandelt sich in die endgültige und unanfechtbare Kapitulation im Rennen um die WM.“

NIEDERLANDE
De Volkskrant: „Es schien so gut wie unmöglich: Von Startplatz zehn ein Rennen auf einer Strecke zu gewinnen, auf der kaum überholt werden kann. Aber in dieser Saison scheint für Max Verstappen alles gut zu enden. Er geht in die Sommerpause mit dem beruhigenden Gedanken, dass ihn in den nächsten Monaten eigentlich nichts mehr von seinem zweiten Titel abhalten kann.“

AD: „Max Verstappen hat der Konkurrenz im Kampf um den Titel einen Hammerschlag versetzt. Mit einem gigantischen Vorsprung in der WM-Wertung geht er in die Sommerpause.“

SPANIEN
Marca: „Ferrari bricht auseinander, und Verstappen ist virtueller Weltmeister. Die Strategie von Ferrari war katastrophal, es ging alles schief. Verstappen ist ein richtiges Monster und kaum zu bremsen. Jetzt hat er schon 80 Punkte Vorsprung bei noch neun ausstehenden Rennen, da dürfte nicht mehr viel anbrennen.“

As: „Ferrari legt den Rückwärtsgang ein. Verstappen ist Zehnter und wird Erster - das sagt eigentlich schon alles. Der aktuelle Weltmeister wusste es die Geschenke seiner Rivalen perfekt für sich zu nutzen. Was für eine beeindruckende Aufholjagd.“

Sport: „Eine Aufholjagd Verstappens im Stile eines Weltmeisters. In Ungarn sah alles nach einem Ferrari-Doppelsieg aus, doch nix da! In der Stunde der Wahrheit war Verstappen derjenige, der das Rennen am besten lesen konnte.“

El Mundo Deportivo: „Man sagt, dass die großen Meister in den Schlüsselmomenten richtig liegen. Max Verstappen und Red Bull sind dafür ein klares Beispiel. Ferrari ist genau das Gegenteil. Dieses Resultat trifft Ferrari mitten ins Herz. Die Frage ist nicht, ob Ferrari das aufholen kann. Die Frage ist, in welchem Rennen Verstappen zum Weltmeister gekrönt wird.“

Quelle: SID






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