Formel 1 NEWS

„Es war mir eine Freude und Ehre“

Ex-Rennleiter Michael Masi und FIA trennen sich!

© imago images/Motorsport Images, Sam Bloxham via www.imago-images.de / FIA


von Timo C. Storost
13.07.2022, 15:20 Uhr


Es war wohl mit Abstand die umstrittenste Entscheidung eines Rennleiters der vergangenen Jahre. Gemeint ist damit das WM-Finale im vergangenen Jahr in Abu Dhabi. Durch eine bis heute sehr – für viele – fragwürdige Safety-Car-Entscheidung, wurde Max Verstappen zum Weltmeister, in der letzten Runde und in der letzten Kurve. Lewis Hamilton schien sich seines achten Weltmeistertitels sicher zu sein. Er glaubte, er sei dann nun der Weltmeister, mit den meisten Titel. Doch es kam anders. Die ganze Welt hörte den Funkverkehr zwischen Toto Wolff, den man in der Formel 1-Saison 2021 selten so emotionsgeladen erlebt hat, wie er „No, Michael, no!“ sagte.

Mercedes akzeptierte zunächst nicht den Umstand, dass Max Verstappen zum Weltmeister gekürt wurde. Man legte Einspruch und Berufung ein. Man wollte zunächst am grünen Tisch die Entscheidung herbeizwingen, bis man sich letztlich doch dagegen entschied. Gleichzeitig verlangte man aber nach dieser umstrittenen Entscheidung von der FIA Aufklärungsarbeit. So etwas dürfe nie wieder passieren, hat man verlautbaren lassen. Im Frühjahr 2022 dann die Entscheidung: Michael Masi wird als Rennleiter abberufen. Ein anderer Job innerhalb des Verbandes solle für ihn gefunden werden. Seither hörte man vom geschassten Rennleiter Masi nichts mehr – bis in dieser Woche.

Die FIA vermeldete, Michael Masi würde den Verband verlassen – freiwillig und auf eigene Entscheidung hin.

In der offiziellen Mitteilung heißt es:
„Die FIA bestätigt, dass Michael Masi sich entschieden hat, die FIA zu verlassen und zurück nach Australien zu ziehen, um näher bei seiner Familie zu sein und sich neuen Herausforderungen zu stellen.“

Klingt nach einer diplomatischen Antwort. Wollte Michael Masi wirklich selbst und freiwillig gehen? Oder musste Masi seinen Hut nehmen? Klar ist, dass auf diese Frage nur die FIA und Michael Masi eine Antwort darauf geben könnten. Klar ist aber auch, eine Rückkehr als Renndirektor, aber auch in neuer Funktion, hätte bei Mercedes für große Verstimmungen gesorgt, war er es bekanntlich, der Hamilton seinen achten WM-Titel nahm. So zumindest sehen es viele Hamilton- und Mercedes-Fans.

Unterdessen hat sich Masi selbst in einem ausführlichen Statement zu Wort gemeldet.
„Es war mir eine Freude und Ehre, die FIA seit Charlies unerwartetem und tragischem Tod in Melbourne 2019 als Sportdirektor für Einsitzer und als Renndirektor und Sicherheitsdelegierter der Formel 1 zu vertreten.“

Und weiter heißt es:
„Ich bin stolz darauf, viele Jahre lang partnerschaftlich mit den verschiedenen FIA-Mitgliederclubs, der Formula 1 Group, den Wettbewerbern, Veranstaltern und Streckenbetreibern sowie meinen Kollegen und meinem Team innerhalb der FIA zusammengearbeitet zu haben. Sie haben mich 2018 als künftigen Nachfolger auserkoren - eine Rolle, die ich viele Jahre lang begleiten und von Charlie lernen wollte, bevor er überraschend verstarb. Ich danke auch dem ehemaligen FIA-Präsidenten Jean Todt, Stefano Domenicali und meinem engagierten Team für die Unterstützung während meiner Amtszeit.“

Anstelle eines Rennleiters setzt man – um gegebenenfalls fragwürdige Entscheidungen aus dem Weg zu gehen, seit dieser Saison auf zwei sich abwechselnde Renndirektoren. Niels Wittich und Eduardo Freitas.






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