Formel 1 NEWS

Ferrari-Desaster in Lé Castellet

In Runde 18 rückte der WM-Traum von Charles Leclerc in weite Ferne

© twitter.com/f1


von Timo C. Storost
24.07.2022, 18:00 Uhr


Wenn der Qualifying-Samstag für Charles Leclerc die gleiche Anzahl an Punkten bekäme, würde der WM-Stand für den Ferrari-Piloten, aber auch insgesamt für die Scuderia deutlich besser aussehen, als es tatsächlich der Fall ist. Mit 38 Punkten Rückstand auf den WM-führenden Max Verstappen, kam Charles Leclerc im französischen Lé Castellet an. Mit satten 63 Punkten Rückstand verlässt er Frankreich in Richtung Ungarn, wo am kommenden Wochenende das letzte Rennen vor der Sommerpause stattfinden wird.

Es war die 16. Runde, als nach rundenlangem Zweikampf zwischen Max Verstappen, der von Platz 2 aus ins Rennen ging und Charles Leclerc, der am Samstag abermals sich die Pole-Position sichern konnte, sein Ende finden sollte. Verstappen ging an die Box und versuchte mit einem frühzeitigen Boxenstopp einen Undercut, also der Versuch mit frischen Reifen Leclerc einkassieren zu können. Die Reifen von Charles Leclerc waren zu diesem Zeitpunkt auch alles andere als noch gut. Nur zwei Runden später, endete das Rennen für den Monegassen, der in Führung lag und hoffte, in Frankreich den WM-Rückstand verkürzen zu können. Der Ferrari-Pilot schlug in die Bande ein. Bilder zeigten dann, wie es dazu kam. Erst vermutete man, die Reifen seien schuld. Doch schnell wurde klar, es lag nicht nur an den Reifen. Schreiend funkte Leclerc am Funk mit seinem Team und schnaufte wie wild, als er realisierte, dass die Zuverlässigkeit Ferraris einmal mehr ihm einen Strich durch die Rechnung machte. Zwar nahm er – aus welchen Gründen auch immer – später im Interview den Fehler auf sich. Doch das war nicht die Wahrheit. Denn in Wahrheit klemmte bei Leclerc das Bremspedal und so raste er mit ordentlich Km/h in die Bande,

Wäre das Fiasko nicht schon perfekt genug, versemmelte die Boxencrew von Carlos Sainz seinen Boxenstopp. Bilder zeigten dann später, dass man Sainz zu früh das grüne Zeichen gab, um wieder losfahren zu können. Konsequenz? Unsafe Release! Belegt wurde der Spanier mit einer 5-Sekunden-Strafe. Es gab zwar den Versuch Sainz mit nur einem Boxenstopp durchfahren zu lassen, doch der eigentlich völlig sinnlose Zweikampf mit ihm und Sergio Perez, mündete für den Ferrari-Piloten in einem zweiten Boxenstopp, wodurch klar war: Ein Podium wird es für ihn nicht geben.

So verlässt die Scuderia Ferrari den Großen Preis von Frankreich mit einem völligen Debakel.

Unterdessen gewann Max Verstappen souverän das Rennen und baute somit seine WM-Führung um weitere 25 Punkte aus. Für eine große Überraschung sorgten die Mercedes. Passend zum 300. Rennen von Lewis Hamilton, gab es für ihn das bislang beste Saison-Ergebnis. Er holte sich Platz 2, während sein Teamkollege mit Platz 3 ebenfalls sehr glücklich war.

Für die deutschen Piloten war Frankreich jedoch kein gutes Pflaster. Mick Schumacher konnte, wie auch sein Teamkollege Kevin Magnussen, der aus dem Rennen ausschied, das ganze Wochenende absolut nichts reißen. Nur Platz 15 gab es für den Youngster. Sebastian Vettel hingegen kratzte knapp an den Punkten. Während sein Teamkollege Lance Stroll einen Zähler mit nach Hause nimmt, geht Vettel mit Platz 11 leer aus.






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