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Max Verstappen gewinnt Belgien-GP von Startplatz 14 – Leclercs Versuch die schnellste Runde zu sichern, endete in einer 5-Sekunden-Strafe

© twitter.com/redbullracing


von Timo C. Storost
28.08.2022, 18:45 Uhr


Schon mit Beginn des Freitags-Training war klar, Red Bull würde am Wochenende in einer eigenen Liga fahren. Und genau so kam es auch. Es war eine absolute Leistungsdemonstration des Formel 1-Weltmeisters. Auf der anspruchsvollen Ardennen-Achterbahn flog förmlich Verstappen vom 14. Startplatz aus auf den Sieg. Zu keinem Zeitpunkt des Rennens, schien sein Sieg gefährdet zu sein.

„Max, du warst brillant“, ließ Red Bull-Teamchef Christian Horner seinen Star wissen. Selbst die Startplatzstrafen wegen Motorwechsels (Platz 14), konnte Max Verstappen nichts anhaben. Es war bereits sein neunter Sieg im 14. Rennen. Der WM-Vorsprung erhöhte sich von 80 auf nun fast uneinholbare 98 WM-Punkte. Charles Leclerc, der ebenfalls wie sein Konkrahent eine Startplatzstrafe in Kauf nahm, durch den Wechsel der Power Unit und direkt hinter Max Verstappen von Platz15 ins Rennen ging, konnte nicht mehr wie einen 5. Platz erreichen. Doch kam es nicht nur am Samstag im Qualifying zu einem „Fehler“, als das Team Leclerc anstelle gebrauchter Reifen, neue gab, obwohl Leclerc im dritten Qualifikationsabschnitt ohnehin nichts mehr hätte reißen können, kam das dicke Ende für ihn ausgerechnet beim Versuch in der vorletzten Runde die schnellste Runde zu fahren und damit wenigstens einen WM-Punkt mehr mit zu nehmen. Denn nicht nur dass der Versuch mit gebrauchten Soft-Reifen den einen zusätzlichen WM-Punkt mitzunehmen, kläglich scheiterte, sondern die Rennkommissare brummten dem Ferrari-Piloten auch noch nachträglich eine 5-Sekunden-Strafe auf, weil er in der Boxengasse zu schnell gefahren sei. Damit war nicht nur der 5. Platz futsch, sondern anstelle von 10 WM-Punkten, die er hätte bekommen können, gab es nur acht Punkte. Somit schenkte man Verstappen direkt mal zwei WM-Punkte. Es passt jedoch einmal mehr in das katastrophale Bild, dass die Scuderia Ferrari in dieser Saison bislang abgibt. Auch Teamkollege Carlos Sainz, der von der Pole-Position ins Rennen gestartet war, landete am Ende nur auf dem dritten Rang. Sichtlich enttäuscht, erschien er nach dem Rennen dann auf dem Podium. Mehr als ein gezwungenes Lächeln gab es vom Spanier nicht.

© Imago Sportfotodienst

Auch Mercedes versprach sich mehr vom Rennen. Lewis Hamilton schied direkt in der ersten Runde aus, nach dem er mit Alpine-Pilot Fernando Alonso in Les Combes aus. Hamilton, der Alonso keinen Platz ließ, bockte kurzzeitig auf, bevor er dann wenig später aufgrund eines Unterbodenschadens das Rennen vorzeitig beenden musste. Alonso – sichtlich und verständlich – zornig funkte: „Was für ein Idiot, der macht einfach von außen zu. Der weiß nur, wie man aus der ersten Startreihe startet“. Im Interview bei Sky äußerte sich Lewis Hamilton dann mit den Worten: „Wenn ich mir die Bilder anschaue. Er war in meinem toten Winkel, ich habe ihn nicht gesehen. Es war mein Fehler. Es tut mir so leid fürs Team.“ Ohnehin lief es für Mercedes das Wochenende nicht wirklich. Toto Wolff bezeichnete das Qualifying als eines der schlimmsten der letzten 10 Jahre, das er erlebt habe. Gemeint war der gewaltige Abstand zwischen Mercedes und Red Bull. Fast zwei Sekunden fehlten Hamilton und Russell auf die Spitze. Kaum zu glauben, wenn man sich nochmal vor Augen führt, dass jener George Russell vor der Sommerpause auf Pole fahren konnte, ist die Spitze nun wieder in weite Ferne gerückt. Immerhin konnte Russell in Belgien den vierten Platz und damit wichtige Punkte für das Team nach Hause fahren. Aber zufrieden wird man auch nach dem Rennsonntag keinesfalls sein.

TV-Tipp: Die Renn-Analyse zum Großen Preis von Belgien – Am Montag, 29. August 2022 um 19:00 Uhr live im Stream auf Champ1 mit Bernd Mayländer und Marc Surer







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