Formel 1 NEWS

Ferrari im Tal der Tränen

Max Verstappen baut WM-Vorsprung auf 80 Punkte aus!

© twitter.com/redbullracing


von Timo C. Storost
31.07.2022, 17:51 Uhr


Man hoffte bei der Scuderia Ferrari auf einen Doppelsieg. Man wollte viele Punkte auf Red Bull und Max Verstappen gut machen, doch es gelang das krasse Gegenteil. Dabei schienen die Chancen für Ferrari wie gemalt zu sein. Max Verstappen, der am Samstag im dritten Qualifikationsabschnitt mit technischen Problemen zu kämpfen hatte und lediglich von Platz 10 ins Rennen ging, schien bei der Frage, wer den Großen Preis von Ungarn gewinnen könnte, keine Rolle zu spielen. Doch statt die Platzierungen 1 und 2, wurden es nur die Plätze 4 und 6. Mit dem sechsten Platz von Charles Leclerc, verliert der Monegasse weitere 17 WM-Punkte auf den WM-Leader Max Verstappen. Wer trägt die Schuld am erneuten Debakel bei Ferrari? Es war abermals die Strategieabteilung. Nach dem man keine frischen Medium-Reifen mehr übrig hatte und der Zeitpunkt für rote Reifen zu früh gewesen wäre, darauf zu wechseln, blieben nur die harten Reifen. Doch genau die Reifen, die Ferrari in allen drei Training-Sessions nicht getestet hatte, wurden zum großen Problem. Sowohl Leclerc, als auch Carlos Sainz verloren mächtig an Pace, wo man zeitweise schon von technischen Problemen ausging. Doch statt Leclerc – auch mit den nicht funktionierenden – harten Reifen draußen zu lassen für die restlichen Runden, holte man den Ferrari-Piloten rein und gab ihm alte Softreifen, was wiederum zur Konsequenz hatte, dass Platz 3 völlig futsch war und er auf Rang 6 zurückfiel.

Langsam fragen sich viele, wie viel Zeit bleibt Teamchef Mattia Binotto noch, um eine Kehrtwende zu gelingen? Nach den vergangenen Wochen und Monaten wird zweifelsohne die Luft für den Italiener immer dünner. Ob es neuerlich etwas bringen wird, das Gespräch mit dem Team zu suchen, wie Leclerc im Interview sagte, um zu verstehen, warum man am Rennsonntag vorging, wie man vorging, bleibt fraglich. Die Lehren aus seinen zahlreichen Fehlern zog man in den vergangenen 13 Rennen eher weniger.

Dass selbst Max Verstappen sich einen Dreher aufgrund einer Windboe leisten konnte und trotzdem ruckzuck wieder an Leclerc dran sein konnte, um ihn abermals zu überholen, spricht Bände. Dass ausgerechnet auch zum jetzigen Zeitpunkt Mercedes die gefühlte „Wiederauferstehung“ feiern konnte, nach dem sich George Russell am Samstag ganz überraschend seine erste Karriere-Pole sichern konnte, reichte es zwar nicht für den Sieg, aber immerhin für 30 Runden als Führender und schlussendlich für Platz 3 hinter einem sehr schnellen Lewis Hamilton, der nun das fünfte Rennen in Folge auf dem Podium stehen konnte. Mercedes-Teamchef Toto Wolff gab den bisherigen 13 Rennen eine Gesamtnote 4, aber für das Ungarn-Rennen eine gute 2.

Für Sebastian Vettel, der am vergangenen Donnerstag seinen Formel 1-Abschied am Ende der Saison verkündete, konnte im Rennen immerhin mit Platz 10 einen WM-Punkt ergattern. Mick Schumacher verpasste die Punkte mit Platz 14 deutlich.

Jetzt steht ersteinmal die Sommerpause an. Ende August geht es in die verbleibenden neun Saison-Rennen.

TV-Tipp: Die Renn-Analyse zum Großen Preis von Ungarn mit Marc Surer und Bernd Mayländer, gibt es auf Champ1 am Dienstag, 2. August um 19:00 Uhr live und anschließend in der Mediathek kostenlos auf Abruf.






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